Bundeswehrmusikkorps in der Realschule Volksgarten 2014.
Jugendwaldheim Gillerberg: Klassenfahrt der Klasse 5b.
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Die Borussia-Stiftung spendet 1000 € für unser geplantes Bienenzucht-Projekt.
Sportfest 2014.
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Girlsday 2014.
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Das Grüne Frühstück

Aus dem Wissen um die Wichtigkeit einer gesunden Ernährung für die Entwicklung des jungen Menschen und auch für sein Lernen entstand vor 20 Jahren an unserer Schule das Projekt „Grünes Frühstück“. Seitdem bieten wir - dank tatkräftiger Unterstützung von Eltern und Großeltern - unseren Schülern diesen Dienst an mehreren Tagen in der Woche an. Einer der „helfenden Hände“ - in diesem Falle ein engagierter Vater - berichtet von seinen Eindrücken beim Grünen Frühstück.                                                                                                                                         

60 Bretzel, 30 Salami-, 30 Käse-, 20 Eier-Brötchen, 30 Tunfisch-Baguette-Schnitten, 20 Multivitamin-Säfte, 30 kleine Flaschen Wasser, Äpfel, Bananen, Gebäck u. v. m. – verkauft in 15 Minuten. Und wir reden nicht – ich wiederhole: nicht von der Kantine im Handelshof oder im Nordpark. Nein, es ist der ganz normale Abverkauf während des Grünen Frühstücks an unserer Realschule. Dreimal in der Woche (dienstags, mittwochs und donnerstags) treffen sich morgens um 8.00 Uhr mindestens drei Mütter, Väter oder Großeltern im Hauswirtschaftsraum der Realschule, krempeln die Ärmel hoch, waschen sich die Hände und stürzen sich gut koordiniert und eingespielt auf die erforderlichen Utensilien: Öfen werden vorgeheizt, Messer gewetzt, Eier gepellt, Brötchen aufgeschnitten, geschmiert und belegt und zusammen mit Obst und Getränken geschmackvoll auf vier bereitstehende Rolltische verteilt.


Die Rolltische verfügen alle über einen so genannten „Atemschutz“. Ein Begriff, der mir bis dato nicht geläufig war, aber jedem bekannt ist, der im Supermarkt schon mal an der Fleischtheke gestanden hat und (besonders im Winter) froh war,, dass zwischen Auslage und Kunden eine durchsichtige, aber dennoch stabile hygienische Grenze bestand: der Atemschutz. Ebenso beim „grünen Frühstück“ schützt die Plexiglasauflage vor allzu vielen patschenden Händen und „Niessern“.

Aber auch für uns Eltern, die auf der anderen Seite der Rolltische stehen, bietet dieser Atemschutz eine Art „Personenschutz“. Denn kurz nachdem wir mit unseren bestückten Rolltischen in Kolonne gegen 9.15 Uhr den Hauswirtschaftsraum verlassen, um uns im trügerisch-ruhigen Foyer an den markierten Stellen dicht-an-dicht, wie eine schützende Wagenburg aufzubauen, kommt der große Ansturm. Mit exakt dem ersten Gong zur Großen Pause öffnen sich die Türen zu den Klassen und Massen an Schülern stürmen durch die Flure in das Foyer in Richtung Rolltische. Wären da nicht Schüler der 9. und 10. Klasse, die mehr oder minder freiwillig für Ordnung sorgen, würde der Druck der Menge die Rolltische samt Essen und uns Eltern gegen die rückwärtige Wand quetschen. So weit zu den optischen Eindrücken. Was die akustische Dimension angeht, kommt der Lärmpegel schon der Sirene eines vorbeifahrenden Löschzuges der Feuerwehr beängstigend nahe. In so einem Moment bin ich immer äußerst dankbar, wenn die Kinder während ihrer Bestellung merken, dass ich verzweifelt versuche von ihren Lippen zu lesen und sie anschließend entnervt mit den Fingern auf das Zielobjekt ihrer Begierde zeigen. Ich denke, sie würden es auch gerne einfach nehmen und mir das Geld in die Hand drücken – wäre da nicht der schützende „Atemschutz“.


Nach knapp 15 Minuten ist der „Spuk“ vorüber. Im gleichen Verhältnis zur Auslage lichten sich auch die Schüler, bis dann nahezu nichts mehr übrig ist. Aber das „nahezu nichts“ wechselt dann auch noch kurz vor Ende der Pause seinen Besitzer und mit dem allerletzten Brötchen verschwindet auch der letzte Schüler von den Fluren zurück ins Klassenzimmer. Es kehrt wieder Ruhe ins Foyer ein. Geschafft. Schnell die Rollwagen zurück in den Wirtschaftsraum, die Spuren der Vorbereitung beseitigen und weg. Ein Blick auf die Uhr verrät, dass knapp zwei Stunden „verflogen“ sind. Alle drei bis vier Wochen wiederholt sich dieser Prozess für die 34 Eltern, verteilt in 9 Gruppen, die sich irgendwann freiwillig für diesen Dienst gemeldet haben (oder einfach erst dem Charme und anschließend der Planungshoheit unserer Frau Lüpertz erlegen sind). Ich bin mir sicher, dass ich auch für alle anderen Beteiligten des Grünen Frühstücks spreche bzw. schreibe, wenn ich resümiere, dass diese zwei Stunden alle drei Wochen sinnvoll und gut investierte Zeit in unsere Kinder sind.

Besonderer Dank geht an Frau Lüpertz, die emsig im Hintergrund alles organisiert, verantwortet und letztlich das System „Grünes Frühstück“ hierdurch ermöglicht.

Alexander Bach